Lexikon

Eine Tür, viele Talente

Definition von Feuerschutzabschlüssen

Feuerschutzabschlüsse sind selbstschließende Türen und selbstschließende Abschlüsse wie Klappen und Tore, die dazu bestimmt sind, im eingebauten Zustand den Durchtritt eines Feuers durch Öffnungen oder Decken zu verhindern.

Einsatzbereiche

In bestimmten Bauabschnitten, im Bereich von langen Fluren, Treppenhäusern, Brandwänden, Notausgängen sowie zur Abschottung von Fluchtwegen müssen Türen feuerhemmende, feuerbeständige oder rauchhemmende Eigenschaften aufweisen. Planung und Bau von Gebäuden unterliegen jeweils unterschiedlichen Bauvorschriften und gesetzlichen Bestimmungen. Grundsätzlich werden die Richtlinien vom Brandschutztechniker im Brandschutzplan festgelegt und ausgeführt. Insbesondere bei Gebäuden mit hoher Besucherfrequenz sowie in Gebäuden, in denen alte, kranke oder auch behinderte Menschen leben, betreffen die Sicherheitsvorkehrungen den Bereich des vorbeugenden Brandschutzes:

  • Schulen und Universitäten
  • Hotels
  • Kindergärten
  • Banken
  • Krankenhäuser
  • Bürogebäude
  • Seniorenheime

Feuerschutzabschlüsse schließen als feuerhemmendes oder feuerbeständiges Element die entscheidende Lücke. Flucht- und Rettungswege werden zuverlässig gesichert.

Ziele des baulichen Brandschutzes
Reduzierung der Entstehung von Bränden auf ein Minimum
Gewährleistung der Standsicherheit von Bauwerken für den Brandfall
Verhinderung oder Hemmung der Ausbreitung von Bränden innerhalb eines Gebäudes oder auf andere Gebäudeteile

Gewährleistung der Rettung von Menschen im Brandfall
Gewährleistung oder Unterstützung der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr
Sicherung von Sachwerten im Brandfall

Bauteile-Klassifizierung

Bauteile werden aufgrund ihrer Eigenschaft, einem Brand für einen definierten Zeitraum einen Widerstand entgegen zu setzen, in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt.

Die Schlüsselbuchstaben der neuen europäischen Feuerwiderstandklassen heißen "REI". Damit werden folgende grundlegenden Kriterien des Feuerwiderstandes eines Produktes beschrieben:

 

„R“ Tragfähigkeit
„E“ Raumabschluss
„I“ Thermische Isolation
„W“ Strahlung
„M“ Widerstand gegen mechanische Einwirkung
„C“ Bauteil ist selbst schließend
„S“ Widerstand gegen Rauchdurchlass

 

Die Kriterien REI werden ergänzt durch die erfaßte Leistungszeit (in Minuten) gemäß der Einheits-Temperaturzeitkurve, während der das Bauteil die jeweiligen Kriterien erfüllt.

 

Es gibt 7 Klassifizierungen hinsichtlich der Leistungszeit:
15 Minuten, 30 Minuten, 45 Minuten, 60 Minuten, 90 Minuten, 180 Minuten, 240 Minuten

 

Ein Element EI "xx" ist:
Ein Konstruktionselement, das für eine Zeit "xx" folgende Kriterien erfüllt:
Raumabschluss
Wärmedämmung unter Brandeinwirkung

 

Ein Element E "xx" ist:
Ein Konstruktionselement, das für eine Zeit "xx" folgende Kriterien erfüllt:
Raumabschluss

 

Ein Element I "xx" ist:
Ein Konstruktionselement, das für eine Zeit "xx" folgende Kriterien erfüllt:
Wärmedämmung unter Brandeinwirkung

 

Ein Element EI "xx",
E "yy" wo notwendig "xx" < "yy" ist:
Ein Konstruktionselement, das für eine Zeit "xx" folgende Kriterien erfüllt:
Raumabschluss
Wärmedämmung unter Brandeinwirkung

und für die Zeit "yy" folgende Kriterien erfüllt:
Raumabschluss

 

Die Feuerwiderstandsdauer von 30 und 60 Minuten wird dabei als feuerhemmend, von 90 Minuten und darüber als feuerbeständig bezeichnet.

 

Jeder Brand verhält sich unterschiedlich im Bezug auf den Ort seiner Entstehung, auf die jeweiligen Zündquellen, auf die Brennbarkeit der erfassten Stoffe oder nach dem verfügbaren Sauerstoffgehalt, um nur einige der wichtigsten Komponenten anzusprechen.
Um diesem unterschiedlichen Brandverhalten Rechnung zu tragen, hat man sich für die Durchführung von Brandprüfungen von Bauteilen sowohl in Italien als auch international darauf verständigt, von bestimmten Grundmerkmalen eines Brandverlaufes auszugehen.
So ist die sog. Einheitstemperaturzeitkurve entstanden, die als ISO-Kurve auch international anerkannt ist. Die Einheitstemperaturkurve (ETK) schreibt den Brand- und Temperaturverlauf bei Brandprüfungen vor, in denen das Brandverhalten von Bauteilen erfasst und klassifiziert werden soll. Die Prüfung von Brandschutztüren und -verglasungen erfolgt in einer Brandkammer mit einseitiger Beflammung des Probekörpers unter ansteigender mittlerer Temperatur gemäß der ETK.

 

 ETK Kurve

 

 

Die für den vorbeugenden baulichen Brandschutz wesentlichen Kriterien werden in Bezug auf die Prüfung von Feuerschutzabschlüssen in den folgenden Punkten zusammengefasst:

 

Brandprüfungen gemäß ETK
Raumabschließende Wirkung des Feuerschutzabschlusses muss gewährt sein
Druchgang des Feuers muss verhindert werden
Standfestigkeit des Feuerschutzabschlusses

 

Temperaturerhöhung auf der dem Brand
abgewandten Seite: durchschnittlich max. 140 K;
punktuell kurzfristig max. 180 K.
Nach 30 Minuten beträgt die Brandraumtemperatur nach der ETK ca. 870° C , nach 90 Minuten ca. 1000° C.

 

Dauerfunktionsprüfung
In Hinblick auf eine Nutzungsdauer von 20 Jahren werden Brandschutztüren einer Dauerfunktionsprüfung unterzogen. Diese verlangt 5.000 Öffnungszyklen, bei denen Türblatt, Zarge und Beschlagsteile als Einheit geprüft werden.

 

Liefereinheit
In der geprüften Einheit bilden Türzarge, Türblatt und die für die Funktion erforderlichen Beschläge die komplette Liefereinheit des Elementes. Diesbezüglich sind die Anforderungen im Hinblick auf die selbstschließende Funktion zu gewärleisten.

 

Kennzeichnung und Überwachung
Die Brandschutz-Funktion ist vom Hersteller durch das Anbringen eines Kennzeichnungsschildes (Plakette) gekennzeichnet. Der Hersteller bescheinigt durch die Übereinstimmungserklärung (Konformitätserklärung) die zulassungsgerechte Ausführung des Elementes.

 

Vorschriftsmäßige Montage
Gleichzeitig ist beim Einbau der Elemente auf die in der entsprechenden Zulassung aufgezeigte Montage und Kombinationsmöglichkeit mit Wandarten zu achten.